20.09.2021

Gasspeicher-Füllstände noch keine Gefahr für Versorgungssicherheit

Die Gasspeicher weisen aktuell einen historischen Tiefststand auf. Eine Gefahr für die Versorgungssicherheit besteht für die erste Winterhälfte derzeit nicht. Die technischen Potenziale zur Einspeicherung sind ausreichend vorhanden. Zur Ausnutzung dieser Potenziale ist ein vorausschauendes Handeln aller Akteure, insbesondere die frühzeitige Ausschreibung von Long-Term-Options, notwendig.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu 64 Prozent gefüllt – im Vergleich zu historischen Werten ein sehr niedriger Stand. Die technischen Potenziale zur maximalen Einspeicherung ermöglichen es dem Markt allerdings noch bis Anfang November einen Füllstand von über 90 Prozent zu erreichen. Im historischen Vergleich entspräche dies dem üblichen Füllstands-Niveau. Spitzenlasten treten in der Regel erst Ende Dezember oder später auf. Bei Auftreten längerer Kälteperioden im Januar und Februar muss eine ausreichende Ausspeicherleistung vorhanden sein, da in diesem Zeitraum Verbrauchspitzen zum überwiegenden Teil aus den deutschen Speichern lokal und zeitnah bereitgestellt werden, wozu ausreichende Vorhaltemengen erforderlich sind.

Bei der Gas-Versorgungssicherheit ist in Deutschland grundsätzlich zwischen der ausreichenden Verfügbarkeit von Gas auf der einen Seite und dem stabilen Betrieb der Gasnetze auf der anderen Seite zu unterscheiden. Während die Verantwortung zur bedarfsgerechten Gas-Beschaffung bei den versorgenden Marktakteuren liegt, ist der sichere Gasnetzbetrieb Aufgabe der Gasnetzbetreiber. Da Gasnetzbetreiber keinen Gashandel betreiben dürfen, wurden in der Vergangenheit regulatorische Instrumente, sogenannte Long-Term-Options (LTO) eingeführt, um den sicheren Gasnetzbetrieb zu gewährleisten.

Im Lichte der Faktenlage erläutert Sebastian Bleschke, Geschäftsführer der Initiative Erdgasspeicher e.V. (INES): „Es ist richtig, dass die Bundesregierung einem Eingreifen in den Gasspeicher-Markt zum jetzigen Zeitpunkt eine Abfuhr erteilt hat. In der aktuellen Situation ist allerdings ein vorausschauendes Handeln gefordert. Konkret heißt das aus unserer Sicht, dass vor allem netzsichernde Long-Term-Options frühzeitiger ausgeschrieben werden sollten. Nur so können die Speicherbedarfe von den verschiedenen Akteuren mit den technischen Potenzialen in Einklang gebracht werden.“

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