1. März 2018

Wintereinbruch treibt Gasspeicher zu Höchstleistungen

Zum Ende des Winters wird es noch einmal kalt. In Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten steht die Gasversorgungssicherheit einmal mehr im Fokus. Italien ruft vorsorglich die Frühwarnstufe aus. Frankreich schließt die Einführung einer Speicherregulierung ab.

Berlin, 1. März 2018. Infolge des Wintereinbruchs Ende Februar werden aktuell erhebliche Gasmengen aus deutschen Speichern zur Versorgung bereitgestellt. In den vergangenen Tagen wurden durchschnittlich 2.300 GWh pro Tag entnommen. In der Spitze sicherten Gasspeicher sogar mit 2.700 GWh pro Tag die Versorgung ab.

„Dieser Wintereinbruch konnte durch ausreichende Speicherfüllstände bewältigt werden. INES hat in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass aber, insbesondere zum Ende eines Winters, ausreichende Speicherfüllstände sichergestellt sein sollten“, kommentiert Bernd Protze, INES-Vorstandsvorsitzender die Situation. „Die Historie zeigt immer wieder, dass solche Kälteperioden noch über den Februar hinaus auftreten können“, ergänzt Peter Schmidt, Stellvertretender INES-Vorstandsvorsitzender.

Nicht nur in Deutschland wird der Wintereinbruch genau beobachtet. In Italien wurde bereits die Frühwarnstufe aus Sorge vor einem Gasmangel ausgerufen. Die Frühwarnstufe ist Bestandteil eines EU-Krisenmanagementsystems, welches mit der EU-Verordnung zur Gewährleistung einer sicheren Gasversorgung eingeführt wurde. Auch in Frankreich wurden bereits Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen. Zu Beginn des Jahres wurde die politische Entscheidung umgesetzt, Gasspeicher in ein marktbasiertes Regulierungssystem zu überführen, das eine ausreichende Buchung und Befüllung der Speicher gewährleisten soll.

„Grundsätzlich ist klar, dass eine gut ausgebaute und notwendige Infrastruktur vernünftige Rahmenbedingungen braucht, um diese Aufgabe auch in Zukunft verlässlich erfüllen zu können“, sagt Alain Caracatzanis, INES-Vorstand. „Im Bereich der L-Gas-Versorgung ist die Situation eindeutig. Nach der Ankündigung von deutlichen Kürzungen der Gasproduktion in den Niederlanden sollten wir endlich eine Sicherheitsreserve einrichten“, sagt Peter Schmidt, Stellvertretender INES-Vorstandsvorsitzender. Aber auch bei der H-Gas-Versorgung sollte es keine Tabus in der Diskussion mehr geben. „Die Erdgasproduktion in Kontinentaleuropa wird künftig zurückgehen. Umso wichtiger ist der Beitrag, den Gasspeicher für eine sichere Versorgung leisten. In Deutschland wird schon heute die Hälfte des nationalen Tagesbedarfs an Erdgas durch Gasspeicher gedeckt. Die neue Bundesregierung sollte daher dringend im Gasmarktmodell Anreize dafür setzen, dass die Speicherunternehmen ihren Beitrag zur sicheren Gasversorgung sowie zur Optimierung der Netzauslastung auch fair vergütet bekommen“, erläutert Michael Schmöltzer, INES-Vorstand.

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