03. August 2015

Initiative Erdgasspeicher fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit mit Erdgas

  • Nicht ausreichend gefüllte Speicher sind ein Risiko für die Versorgungssicherheit
  • Fehlende wirtschaftliche Anreize zur Erdgasbevorratung müssen korrigiert und durch die verpflichtende Vorhaltung von Mindestfüllständen in Speichern sowie Anpassungen im Regulierungsrahmen ergänzt werden

Die Initiative Erdgasspeicher e.V. (INES) warnt in einer Stellungnahme an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vor unzureichenden Maßnahmen bei der Bevorratung von Erdgas in Deutschland. Damit kritisiert INES die Ergebnisse des vom Ministerium in Auftrag gegebenen Speichergutachtens, das vor dem Hintergrund einer Bundesratsinitiative aus Bayern erstellt wurde. Zwar teilt die Initiative in ihrer Stellungnahme die Meinung der Gutachter, dass das hohe Versorgungssicherheitsniveau in Deutschland in entscheidendem Maße von ausreichend gefüllten Gasspeichern abhängt. Die Ansicht des Gutachtens, dass ausreichende Speicherfüllstände allein über wirtschaftliche Anreize mit höchstens flankierenden Maßnahmen sicherzustellen sein, ist für INES jedoch unverständlich.

„Dass die Gutachter im Ergebnis zu diesem Schluss kommen, ist aus Sicht von INES nicht nachzuvollziehen. Immerhin sind bereits mehrfach die Ziel-Speicherfüllstände unterschritten worden“, sagt Andreas Kost, Geschäftsführer von INES. Die von den Gutachtern in einer Simulation erklärten Ziel- Speicherfüllstände werden auf Grundlage potenzieller Versorgungslücken während der Wintermonate berechnet, um letztlich Versorgungsrisiken vorzubeugen. Demnach seien zum Stichtag 1. Februar Füllstände zwischen 40 und 60 Prozent für eine weitgehend sichere Erdgasversorgung erforderlich. In der Vergangenheit kam es jedoch bereits öfter dazu, dass Erdgasspeicher zum Ende des Winters nur niedrig befüllt waren, so dass im Falle eines plötzlichen Kälteeinbruchs oder dem Ausfall von Gaslieferungen mit einer erheblichen Versorgungslücke zu rechnen war.

Auch sieht INES es als nicht gegeben an, dass die Speicher ohne Anpassungen des Regulierungsrahmens zukünftig rein marktgetrieben immer ausreichend gefüllt werden.
Dazu seien die Speicher beim Netzzugang gegenüber anderen, weniger verlässlichen Flexibilitätsquellen an den Gasimportpunkten schlechter gestellt und daher für Marktteilnehmer nur die zweite Wahl.

INES empfiehlt daher, die Netzzugangs- und Netzentgeltsystematik für Speicher anzupassen und Maßnahmen einzuführen, die bestimmte Mindestfüllstände am Winterende sicherstellen. „Eine Verpflichtung zur Speichervorhaltung kann Maßnahmen zum Abbau fehlender wirtschaftlicher Nutzungsanreize ergänzen und sicherstellen, dass die Speicher entsprechend den Vorgaben mit Erdgas gefüllt werden“, so Ulrich Duda, ebenfalls Geschäftsführer von INES. 

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