Speichertypen

Günstige geologische Gegebenheiten in Deutschland erlauben es, Gas in großem Umfang und mit geringstmöglichen Eingriffen in Natur und Landschaft zu speichern – wirtschaftlich und umweltverträglich zugleich. Das Lagern in unterirdisch natürlich entstandenen oder künstlich geschaffenen Hohlräumen ist eine seit langem bewährte Technologie und ist, wie die Speicherung in porösen Gesteinen sowie in bereits ausgeförderten Erdöl- bzw. Erdgaslagerstätten oder in Steinsalzkavernen, sicher, umweltverträglich und kostengünstig.

Erdgasspeicheranlagen lassen sich zunächst in zwei Typen aufteilen: Oberirdische und unterirdische Speicher.

Oberirdische Speicher. Die kleineren oberirdischen Anlagen tragen mit ihrem kleinen Speichervermögen kaum und vor allem nur lokal zum kurzzeitigen Bedarfsausgleich bei. Hingegen können sie den im Tagesverlauf schwankenden Verbrauch in größerem Maßstab kaum ausgleichen.

Unterirdische Speicher. Der zweite Typ sind sehr große Speicher im Untergrund. Sie werden für die Kompensation jahreszeitlicher Verbrauchsschwankungen und für große Lastspitzen eingesetzt.

Man unterscheidet zwei Typen unterirdischer Speicher – Künstliche Hohlräume in Salzstöcken, sogenannte Kavernenspeicher, zum Einen, sowie Porenspeicher, natürlich vorkommende „Porenräume“ wie wasserführende Aquifere oder ehemalige Gas- und Öllagerstätten in durchlässigen Gesteinsformationen zum Anderen. Die Typen unterscheiden sich hinsichtlich Speichergestein und -mechanismus und können in Tiefen zwischen einigen hundert und bis zu rund 2.000 Metern liegen.


Kavernenspeicher

Kavernenspeicher sind große, durch das gezielte Solen (Ausschwemmen) von Salzstöcken entstandene Hohlräume. Durch Solen – dem Ausschwemmen von Salz mit Wasser – bekommt die Kaverne eine zylinderartige Form. Kavernen können bei einem Durchmesser von bis zu 100 Metern und Höhen zwischen 50 und 500 Metern geometrische Volumina von bis zu 800.000 Kubikmetern erreichen. Die petrochemischen Eigenschaften des Salzes garantieren eine natürliche Abdichtung der Steinsalzkavernen und machen eine zusätzliche Auskleidung unnötig. Bei Tiefen von 800 bis 1500 Metern sind maximale Drücke bis ca. 200 bar möglich.

Durch diese Eigenschaften sind nicht nur große Gasmengen in ihnen speicherbar, sondern das Gas kann auch schnell ein- und ausgespeichert werden. Diese Speicher eignen sich daher besonders auch für den Ausgleich kurzfristiger, hoher Bedarfsschwankungen.


Porenspeicher

Beim Porenspeicher wird das Erdgas unter hohem Druck in ein unterirdisches Speichergestein gepresst. Meist handelt es sich um Sandsteinformationen mit geeigneten geophysikalischen Eigenschaften wie hoher Durchlässigkeit, sogenannte Aquifere. Neben den wasserführenden Gesteinsformationen werden dabei auch leergeförderte Erdöl- und Erdgaslagerstätten genutzt. Hier hatte die Natur die Eignung für Gasspeicherung bereits bewiesen. Die Speicher sind mit gasundurchlässigen Deckformationen versehen und bilden natürlich dichte Speichermöglichkeiten.

In Porenspeichern werden große Mengen an Gas gelagert, die auf Grund ihrer geophysikalischen Eigenschaften recht langsam ein- und ausgespeichert werden. Dadurch wird Erdgas in diesen Speichern vor allem dafür genutzt, saisonale Schwankungen im Gasbedarf auszugleichen.